"Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler"  - Ingeborg Bachmann

22 | 09 | 2017
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Anno 1659

Wir Leopold der 1. (später eingefügt: geb. 1640, gest. 1705) von Gottes Gnaden erwählter römischer Kaiser zu allen Zeiten,
Mehrer des Reiches in Germanien, zu Hun­garn, Böheimb, Dalmatien, Croatien und Slavonien, etz.  Erzherzog zu Österreich,
Herzog zu Burgund, Steier, Kärnten, Krain  und Würtenberg, Graff zu Tirol und Görtz etz., bekennen für uns und unsere Erben
und tuen kund meniglich, daß uns unsere getreuen lieben Richter, Geschworene und Gemeine unseres Marktes Gaunersdorf,
daß dieselben unter der Regierung des Kaisers Maximilian etliche freiwillige Anleihen  zum Nutzen und zur Hilfe der Not in welcher
sich seine Majestät  der Kaiser und das Land befanden, leisteten, und bestätigte ihnen dafür die von seinen hochseligen Vorfahren
erteilten Freiheiten und Privilegien, welche auch ihre Nachkommen für immerwährende Zeiten genießen sollen und versprach ihnen,
seinen Schutz und Schirm gnädiglich erhalten zu wollen.
Welche Urkunde, mit unserer kaiserlichen anhangenden Siegelung versehen, in unserer Stadt Wien, den 8. März 1650 unseres
römischen Reiches im ersten, des ungarischen im vierten und des böheimischen im dritten Jahre, gegeben wurde.

Leopold m.p.

M Winzendorf m.p.
Ad mandatum Sacra Cäsarea Maiestatis proprium.

 

Anno 1670

Ist die Mittagsglocke gegossen worden und mit dieser Schrift geziert:

Domine Jesu Christi

AFVLGVRE  ET TEMPESTATE

LIBERA  NOS

O Herr Jesu Christi! befreie uns von Blitz und Ungewitter.

Auf dieser Glocke ist der heil. Florian

Mich goss Joachim Gross in Wien 1670.


Anno 1670, den  14. Februarius

        erging zu Wien der allerhöchste Befehl, dass alle Juden ohne Ausnahme die Stadt räumen müssen; aus ihrer Sinagoge jenseits der Schlagbrucken in der
Judenstadt wurde ein Gotteshaus gemacht.

                  Item haben viele der von Wien weggetriebenen Juden sich in Gaunersdorf einzunisten angefangen, und sich von da lang nicht wollen abtreiben lassen,
bis man die ernstgemeinste Gewalt von höherer Behörde angewendet hat.


Anno 1679 bis 1683

war die große Pest in Wien und an vielen Orten in Österreich. Zu Wien starben allein an der  Pest einmalhundert zwei und zwan­zigtausend achthundert neun und vierzig Menschen. Gaunersdorf hatte auch das Unglück, mit der Pest angesteckt zu werden und wird bewiesen von einer alten Aufschrift an dem Kreuz, welches ausser dem Markt Gaunersdorf neben der Kaiserstraße und dem dermaligen Ziegelofen zu lesen war und lautet also:

         Es war das 1682ste Jahr

         Als die Pest allhier im Markt war.

                            Ein Hirt mit 76 Schafen                                                                                       

                            ist hier durch Pest in Gott entschlafen.                                                              

                            Von dieser Straf uns schützen kann,

                            Rosalia, Rochus und Sebastian.

          D.O.M.A.

          Zu Gaunersdorf die Pest geendet ist,

          Nach Geburt unsres Herrn Jesu Christ,

          Da man zählt tausend sechshundert Jahr,

          Und zwei und achtzig, das is war

          Am Sankt Rochustag.                                                                                     

          Gott behüt uns für seine Plag

Amen.

Eingeklebte Seite mit einer Tuschzeichnung

                             Abbildung der Pestsäule genau von dem Jahre 1682

und darunter folgender Bemerkung:

Diese Säule ist durch mich Eduard Lehrl Maurermeister im Markte Gaunersdorf Haus Nr 26 derzeit genau gezeichnet worden im Jahre 1869.
Ist mit dem Bildnis der heil. Dreifaltigkeit geziert.


Anno 1683

ist die Bethglocke gegossen worden und mit folgender Aufschrift geziert:

                        A  Peste  Patroni, Sitis Anno 1683

                Seiet uns Fürbitter um Abwendung der Pest.

geziert mit den Bildern des hl.Rochus, Sebastian und Rosalia.

Auf dem anderen Teil ist zu lesen:

       Durchs Feuer bin ich überlassen, Mich goß Joachim Gross in Wien anno 1683

        

Anno 1683

Anderte Türkenbelagerung der Stadt Wien und glücklicher Entsatz derselben.

Da haben sich viele von Wien flüchtig gewor­dene Leute in Gaunersdorf aufgehalten und waren fast alle Häuser voll solcher Menschen.
Item sah man den König aus Polen mit vielem Volk durch Gaunersdorf durchziehen,  welcher zu dem glücklichen Entsatz vieles beigetragen hat.


Anno 1686

hat Johann Wendler und Katharina dessen Ehewirtin zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit am Martinsdorfer Weg hinter
dem Markte eine Säule darauf die heil. Dreifaltigkeit ruhet, alles von schöner Steinmetzarbeit, machen lassen.  Die Kosten beliefen sich auf 15o fl.

Auf diesem Platze sind einige protestantische allhier verstorbene Handwerksburschen und andere fremde Reisende be­graben.

NB: zu anno 1686, wo durch Johann und Katharina Wendler die Dreifaltigkeit Säule ist erbauet worden,
ist immer alle Jahre in selber Oktav abends gesungen und gebetet worden bis zum Ave Maria Läuten;
das war am Dreifaltigkeitssonntag, Fronleichnamstag und dem nächstfolgenden Sonntag; im Jahr 1875 war selbe Verehrung zum letzten Male.

Eduard Lehrl

Anno 1690

ist die Schule zu Gaunersdorf neu erbaut worden.

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